| |
 Termine  CDU-NET
 Newsletter abonnieren |
Neuigkeiten
|
26.07.2010, 09:48 Uhr
|
Übersicht |
Drucken
|
Ein brandgefährlicher Job Sicherheit Die Zahl der Feuerwehrmänner im Land nimmt seit Jahren ab / Gleichzeitig steigt das Verletzungsrisiko
**Immer mehr Kameraden werden im Dienst verletzt. Die wachsende Gefahr hat auch mit dem Mitgliederschwund zu tun, warnt der Feuerwehrverband.
Von TORSTEN GELLNER
POTSDAM Es ist ein ohnehin brandgefährlicher Job. Aber aktuelle Zahlen aus dem Innenministerium deuten an, dass der Einsatz der Brandenburger Feuerwehrmänner noch gefährlicher geworden ist. Die Zahl der beim Einsatz verletzten Kameraden hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen – und das trotz, oder besser, wegen sinkender Mitgliederzahlen.
2005 zählten die Freiwilligen und Berufsfeuerwehren zusammen rund 48 700 Mitglieder, vergangenes Jahr waren es 47 100 Angehörige. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der im Dienst Verletzten von 390 auf 475. 2005 rückte die Feuerwehr 29 200-mal aus, 2009 waren es 30 350 Einsätze. Drei Kameraden kamen in diesem Zeitraum im Einsatz ums Leben.
Allerdings unterliegen die Zahlen Schwankungen. So gab es im Jahr 2000 etwa 430 Verletzungen, 2003 waren es nur 320. Im Innenministerium will man die Statistik nicht kommentieren. „Wir können dazu keine belastbare Aussage treffen“, sagt Ministeriumssprecher Ingo Decker und verweist auf den Landesfeuerwehrverband.
Verbandspräsident Manfred Gerdes ist vorsichtig bei der Interpretation. „Ich weiß, dass es in den letzten Jahren mehr Unfälle gab, die zur Anzeige gekommen sind“, sagt er. „Das Bewusstsein der Kameraden hat sich geändert. Früher hat man einen verstauchten Finger einfach hingenommen.“ Auch aus Versicherungsgründen habe ein Art Mentalitätswandel stattgefunden.
Die meisten Blessuren würden sich die Kameraden nach wie vor beim Dienstsport zuziehen, sagt der Verbandschef. Er vermutet, dass die schwierige Mitgliederentwicklung nicht ganz unschuldig ist am gestiegenen Verletzungsrisiko. „Die Zahl unserer Kameraden nimmt seit Jahren ab. Aktive Mitglieder sind häufiger gefordert.“ Mehr Verantwortung laste auf den Schultern des Einzelnen.
Für Sven Petke, Innenexperte der CDU-Fraktion, spiegelt die Entwicklung den „enormen Druck“ wider, unter dem die Feuerwehrleute stehen. Das Aufgabenspektrum der Wehren habe sich stark erweitert, die Kameraden müssten in hochkomplexen Situationen schwere Entscheidungen treffen.
Man dürfe die Unfallzahlen nicht einfach in Bezug zu den rund 47 000 Mitgliedern setzen, sagt er. „Das gibt kein korrektes Bild.“ Schließlich sei die Zahl der aktiven Kameraden viel niedriger. „Die Masse von Einsätzen wird immer von den gleichen Leuten erledigt“, sagt er. Der Innenausschuss müsse sich mit dieser prekären Entwicklung auseinandersetzen, fordert Petke.
Innenminister Rainer Speer (SPD) wird nicht müde, die wertvolle Arbeit der Feuerwehren zu loben. Bei einer Anhörung im Innenausschuss wurde er unlängst mit Klagen frustrierter Kameraden überschüttet. Zu alte Technik, zu wenige ausgebildete Fahrer, dazu Nachwuchssorgen und fehlende Fortbildungsmöglichkeiten. Mehrere Kameraden berichteten etwa, sie würden sich in der Landesschule für Brand und Katastrophenschutz in Eisenhüttenstadt fortbilden, bekämen jedoch oft keine Plätze.
Nun wurde eine Expertengruppe eingesetzt, die Konzepte zur Nachwuchsgewinnung und zur Finanzierung der Wehren erarbeiten soll. Auch das Lehrangebot der Landesschule soll überprüft werden, kündigte Speer an. |
Ältere Artikel finden Sie im Archiv. |
 News-Ticker  Impressionen   Presseschau
 CDU Landesverband Brandenburg
 Ticker der CDU Deutschlands
| |