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| 22.06.2010 - Kommentar aus MAZ "Westhavelländer" vom 22.06.2010
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Einer gegen Alle
Alle gegen einen. Das gilt in der Regel – zum Beispiel bei Schulhofprügeleien – als äußerst unfair. Andererseits kann es natürlich auch vorkommen, dass ein Einzelner immer wieder gegen eine übergroße Mehrheit ankämpft. In seltenen Fällen mag das heroisch sein. Meistens aber ist so ein Verhalten einfach nur starrsinnig und äußerst unproduktiv. Das Milower Land ist so ein Fall. Mittlerweile hat Bürgermeister Peter Wittstock die stabile Mehrheit von (fast) allen Gemeindevertretern gegen sich. Das war beileibe nicht immer so. Wittstock hat sich in vielen Jahren und mit vielen Handlungen die Ablehnung der Abgeordneten redlich verdient. Sich als armes Opfer von Verleumdung und Intrigen zu inszenieren, ist da zu billig. Es spricht schon für sich, wenn alle Fraktionen von der CDU über FDP und SPD bis hin zu den Freien Wählern sich fast immer auf eine gemeinsame politische Linie verständigen können, der Bürgermeister aber so gut wie nie Rückhalt bei den Volksvertretern findet. Der Bürgermeister sitzt fest im Sattel. Er ist direkt gewählt und hat schon ein Abwahlverfahren überstanden. Trotzdem muss er den Konsens mit den Abgeordneten suchen. Sein starrsinniges Verhalten jedenfalls hat schon jetzt großen – auch finanziellen – Schaden in der Gemeinde angerichtet.
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| 16.06.2010 - MAZ "Westhavelländer" vom 16.06.2010
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Antrag mit schlechten Chancen
Von BERND GESKE
PREMNITZ Es wird wohl eine große Debatte geben, wenn am 24. Juni die Premnitzer Stadtverordneten darüber abstimmen, ob die Leninstraße in Woldenberger Straße umbenannt werden soll. Die Wählergemeinschaft Döberitz-Mögelin-Premnitz, kurz DMP, hat diesen Antrag vorgelegt und außerdem noch mit dem Vorschlag verknüpft, die Makarenkostraße künftig nur noch Verbindungsstraße zu nennen.
Innerhalb von wenigen Tagen ist eine schwungvolle Diskussion über diese Namensfrage entstanden, vor allem nachdem Anwohner der Leninstraße gegen das Vorhaben der Umbenennung mobil machten. Indes haben bereits Äußerungen von Stadtverordneten in Ausschusssitzungen gezeigt, dass dem Antrag vermutlich kein Erfolg beschieden sein wird. Für die SPD hat Berthold Kammin schon im Hauptausschuss gesagt, dass seine Fraktion gegen den Antrag stimmen wird. Auch Harald Schönfeld (Fraktionsvorsitzender der Linken) hat in dem gleichen Ausschuss geäußert, dass er gegen die Straßenumbenennung ist. Linke und SPD verfügen in der SVV zusammen über zehn Stimmen. Sie würden die Mehrheit haben, selbst wenn CDU (wie angekündigt) mit drei Stimmen und DMP (Antragsteller) mit fünf Stimmen komplett dafür votieren und Bürgermeister Roy Wallenta (wie bekundet) auch dafür sein sollte. Sind am 24. Juni alle da und stimmen ab, wie oben dargestellt, fällt der Antrag mit neun zu zehn Stimmen durch.
„Ich habe geahnt, dass es so kommen kann“, hat Wolfgang Bornstädt aus Premnitz dieser Zeitung gesagt. Auf ihn geht das Ansinnen zurück, eine Straße oder einen Platz in Premnitz nach der Stadt Woldenberg zu benennen. Woldenberg lag einst in der zu Deutschland gehörenden Neumark und liegt heute in der Republik Polen. Rund 450 Woldenberger, nur Frauen und Kinder, waren nach einem Räumungsbefehl im Januar 1945 mit einem Sonderzug in Premnitz angekommen. Viele blieben dort und leisteten ihren Beitrag zum Gedeihen der Stadt und des Chemiefaserwerks.
Schon im Oktober 2007 hatte sich Wolfgang Bornstädt mit seinem Wunsch an die Stadtverwaltung gewendet, die im Anschluss alle Fraktionen der SVV darüber informierte. Keineswegs hatte er damals eine Umbenennung der Leninstraße im Sinn. Das ist eine Idee von DMP.
Wolfgang Bornstädt, der als achtjähriger Junge mit seiner Mutter und zwei kleineren Brüdern aus Woldenberg evakuiert wurde, möchte vielmehr, dass der bis heute namenlose Platz vor dem neuen Rathaus Woldenberger Platz genannt wird. Gut gefallen würde ihm auch, die Bahnhofstraße in Woldenberger Straße umzubenennen. Schließlich wohnen dort nur wenige Leute und kam eben an diesem Bahnhof im Januar 1945 der Zug mit den Woldenbergern an.
Wie auch immer die Abstimmung am 24. Juni ausgehen wird, die angestoßene Diskussion wird die Premnitzer noch länger beschäftigen.

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| 19.04.2010 - MAZ \"Westhavelländer\" vom 17.04.2010
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KREISVERWALTUNG: Nach Hause gekommen
RATHENOW - Der erste Arbeitstag ist oft schwierig. Ein neues Umfeld, neue Gesichter, neue Vorgesetzte, neue Mitarbeiter. Man muss ausbalancieren, wer mit wem kann und wie die Informationen fließen. Als Andreas Ernst vor zwei Wochen bei der Kreisverwaltung seinen Dienst im Dezernent für Wirtschaft und Finanzen antrat, da war alles anders. „Vieles war mir vertraut“, sagt er. „Ich habe die meisten Ansprechpartner gekannt, der Weg zur Kantine, die Fahrt zur Kreisverwaltung in Rathenow – das war alles, wie wenn man nach Hause kommt.“ Nach Hause kommen – so kann man das wohl umschreiben, was Andreas Ernst hinter sich hat. Er ist neu und doch nicht neu im Dienstapparat des Kreises. Früher war er im Wirtschaftsamt, dann wanderte er nach Potsdam ab. Jetzt ist Ernst zurück – beruflich gereift und bereit für die Herausforderung im Dezernat für Wirtschaft und Finanzen.
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| 15.04.2010 - Kommentar aus MAZ "Westhavelländer" vom 15.04.2010
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Eine Spange, mehr nicht
Es ist sicher richtig, eine politische Forderung stets zu bekräftigen – auch wenn möglicherweise keine oder nur geringe Chancen bestehen, dass sie einmal realisiert werden. Die schnelle Anbindung der Region Rathenow/Premnitz an die A2 ist so ein Thema. Der große Wurf – nämlich der B102-Ausbau von Rathenow über Premnitz und Pritzerbe über die Havel bis zur A2 – spielt in den Plänen der Landesregierung schon lange nicht mehr die wichtige Rolle, so wie es Parlamentarier in der Region gerne hätten. Die neuen Pläne zur Investition in Landesstraßen mit ministerialen Hinweisen zu Umgehungsstraßen und anderen Projekten lassen aber ahnen, dass von der großen B102-Umgehung lediglich – und auch hier nur mit Glück – der nördliche Rathenower Zipfel übrig bleibt. Das ist die so genannte B102-Spange von der Bundesstraße 188 bis nach Rathenow-Heidefeld. Diese Straße wäre ein Bestandteil des Verkehrskonzeptes zur Bundesgartenschau 2015. Und nur mit Hilfe der Buga-Planung wird dieser Nordzipfel gebaut. Aber auch da darf nichts mehr dazwischenkommen. Die Straßenbauer werden sich sowieso richtig sputen müssen. Mit Blick auf das Gesamtprojekt müssen sich die Realisten in der Region klar sein. Mehr als die B102-Spange bleibt von der Anbindung nicht übrig.
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| 12.04.2010 - MAZ "Der Havelländer" vom 10.04.2010
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Neuer Mann im Kreistag HAVELLAND Der Brieselanger Ralf Kothe wird in der CDU-Fraktion im Kreistag Havelland für Wolfgang Gall nachrücken. Gall ist seit dem 1. April Kreissozialdezernent in Rathenow und musste sein Mandat deshalb abgeben. Ralf Kothe gehörte dem Kreistag bereits in der letzten Wahlperiode an. Er hatte das Mandat für den verstorbenen Wolfgang Oestreich übernommen. In Brieselang saß Ralf Kothe von 2003 bis 2008 für die CDU in der Gemeindevertretung, zuletzt war er ihr Vorsitzender. Als Kommunalpolitiker setzte sich Ralf Kothe für Verbesserungen im Bahnverkehr ein und initiierte vor mehr als zehn Jahren den offenen Arbeitskreis „Bahn und Nahverkehr“. Der Arbeitskreis vertritt die Interessen der zahlreichen Bahnpendler aus Brieselang gegenüber der Deutschen Bahn und der Landesregierung.
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